Von 1933 bis 1943 gab es in Hamburg einen Verein; dessen Name war:



Wer kann uns darüber etwas sagen? Es ist uns ein großes Anliegen, wenn wir mehr darüber erfahren könnten. Die einzige Person die sich Madam Tiffy nannte welche zu uns Kontakt aufnahm ist zwischenzeitlich entschlafen. Wir würden uns freuen, wenn es noch eine Person gibt welche in diesem Verein war und uns mehr erzählen kann.

Wir würden uns über altes Fotomaterial, sowie Vereinsblätter, Einladungen oder Wimpel sehr freuen. Wir wissen das die Zeit gegen uns spielt und das Zeit in diesem Fall wertvoll ist.

Wir hoffen das sich welche daran erinnern oder selber Mitglieder waren. Wir wissen das eine kleine Kinder und Jugendgruppe existierte und setzen darauf das es noch ehemalige Mitglieder gibt.

Verein zur Förderung Des Bekleideten Badens

Wir möchten uns für die Anregung zu dieser Seite, sowohl auch für diese Informationen bei "Madam Tiffy" bedanken ohne deren Hilfe, wir niemals etwas über den Verein; "Verein zur Förderung Des Bekleideten Badens" gehört hätten. Madam Tiffy hat uns hilfreich zur Seite gestanden, sowie aus ihrer Jugend und ihrer Leidenschaft "Des Bekleideten Badens" in drei Gesprächen in ihren letzten Lebenswochen erzählt.


Diese Seite ist ihr gewidmet.


Danke! ...

Der erste Verein für das Bekleidete Baden.
In den 1930 iger Jahren kam mit dem neuen Deutschlandbild und der Herrenrasse ein anderes Bewusstsein auf. Männer konnten zum ersten mal unbehindert, ihre schönen und stolze Körper zeigen und taten das zu genüge, während die Frauen den Männern nacheiferten. So entstanden auch die ersten FKK Vereine, die natürlich nur für arische Deutsche waren und somit für die Herrenrasse. Nur was taten die Anhänger "Des Bekleideten Badens? ..." Viele Anhänger Des Bekleideten Badens waren in Gruppen organisiert und diese Gruppen waren nicht gerade klein. Sie begangen sogenannte „Spaß Schwimmen“ zu organisieren. Das waren nicht ernst zunehmende, ernsthafte Wettkämpfe, wo es um allen möglichen Unsinn ging.


An erster Stelle war das Eisbaden. Männer Lustig bekleidet mit Zipfelmütze, Fliegerkombi und Tankwart Uniformen (dazu später mehr), gingen so in den Eisigen Fluten. Frauen kramten die alten Badekleider, ihrer Großmütter hervor und folgten so den Männern ins Wasser. Jungs taten es den Männern nach, jedoch hatten die meisten schon Uniformen an, die es später in den Jugendorganisationen gab. Die Mädchen welche daran Spaß hatten, schneiderten sich Kleider oder gingen als Ballerina ins eisige Wasser.

Jedoch wurde es Mitte der 1930 iger Jahre immer schwerer so zu baden, zumal der immer drastische Körperkult im Vordergrund gestellt wurde. Dennoch bildete sich am 12.05.1933 um Artur Barmbeck ein kleiner Verein, für die Anhänger Des Bekleideten Badens. In derer Satzung wurden Vorschriften erarbeitet wie Frauen und Männer, sich zu kleiden haben.

Bei Frauen kamen Kleider ins Gespräch. Bei Männern kam die "Drei Schicht" in der Satzung auf. Die erste Schicht, war die Unterwäsche aus gewebten Leinen. Die bestand aus einer langen Unterhose und ein langarmiges geknöpftes Unterhemd. Darüber trug man entweder einen gestrickten Wollpullover oder ein Hemd mit oder ohne Krawatte. Als Hose diente eine schwarze gewebte Wollhose. Über dieser Oberbekleidung kam entweder eine einteilige Tankwart Uniform oder eine deutsche Fliegerkombi. Als Strümpfe wurden Wollsocken verwendet. Die rechte Wollsocke war rot die linke war grün. Als Schuhe dienten meist einfarbige Sportschuhe oder Arbeiterschuhe, die etwas enger waren.


Damals sah die Satzung vor, das die Kleidung durch den Kombi eng an dem Körper gepresst wurde. Die meisten Männer hatten noch einen blauen oder einen bunten Wollschall um. Auf den Kopf kam eine rote Zipfelmütze. So gingen diese, teils auch im Sommer in den Gewässern baden, die meisten verzichteten dabei allerdings auf die winterlichen Wollsachen.

Bei den Frauen war es nicht viel anders. Als Unterwäsche diente entweder ein Nieder oder ebenfalls gewebte Leinen Unterwäsche, teils mit Korsett. Darüber kamen meist ein bunter selbst gestrickter Wollpullover. Entweder kam eine damals für Frauen typische Hose hinzu oder ein bunter Rock. Der Rest war wie bei den Männern. Gelegentlich trugen die Frauen einen Taillen betonenden Arbeits oder Fliegerkombi für Frauen.

Deren Gruß war: „Petri Nass“ und als Antwort „Gib Tuch“ ...

Jungs gingen meist mit Uniformen ins Wasser, teils auch mit der Uniform ihrer Organisation. Jedoch bei gewisse Vereinstätigkeiten kleideten sich die Jungs wie die Männer. Mädchen taten in etwa das selbige, wie die Frauen. Jedoch hatte der Verein "Verein zur Förderung Des Bekleideten Badens" in Laufe der nächsten Jahre immer wieder Schwierigkeiten. So war ein Mitglied im Vorstand ein Jude, dessen Vorstandsposten zur Öffentlichkeit, inoffiziell nach außen, durch einen arischen Deutschen ersetzt wurde. Obwohl dieser für die Öffentlichkeit vom Vorstand entlassen wurde, ging er seinen Vorstandsposten bis zur Deportierung nach. Leider ist nicht bekannt ob dieses Mitglied überlebt hat oder wohin er kam. 1938 kam ein weiterer Skandal an der Öffentlichkeit, dass eines der Mitglieder homosexuell war. Darauf hin hatte der Verein eine Menge von Schwierigkeiten, zumal deren Aktivitäten überwacht wurde.

Dennoch hatte der Verein einen gewissen Zulauf. Zu den Olympischen Spielen von 1936, richtete der Verein seine eigene Wettkämpfe aus, wo mit Kleidung und eng verpackt Wettkämpfe, wie Schwimmen und Streckentauchen stattfanden. Interessant ist zum dem, dass neben den olympischen Spielen von 1936, der Verein seine eigene Wettkämpfe veranstaltete, wo sogar ein Amerikaner und ein Schwede, wie auch ein Niederländer mitwirkten. Artur Barmbecks Wunsch, diese Schwimmwettkämpfe olympisch werden zu lassen, fand nicht mal unter den Vereinsmitglieder großes Gehör. (Gibt es eventuell darüber Zeitungsberichte und Bildmaterial? ...)


Wir wissen das 1936 drei Jungs deren Jugendgruppe beitraten, einer davon hieß Karl, der U-Boot Karl genannt wurde. Der zweite Junge hieß Matthias und der dritte Xaver Andreas. Diese drei Jungs waren besonders aktiv und trugen dazu bei, das die Mädchengruppe größer wurde. Mit Ausbruch des Krieges September 1939, kämpfte der Verein, der mittlerweile nur aus wenige Frauen, ältere kriegsunfähige Männer, sowie aus ein paar Kinder und Jugendliche bestand ums überleben. Der Verein erlosch am 25/27.07.1943 mit den Tod von Artur Barmbeck. Madam Tiffy konnte uns nicht mehr mit Gewissheit sagen, ob Artur Barmbeck, tatsächlich so hieß, oder weil er aus Barmbeck stammte.

Dennoch war das Bekleidete Baden, nicht in Vergessenheit geraten. Als sich nach dem Krieg einige ehemalige Clubmitglieder in Eisbadevereine beitraten, brachten diese ihre Rituale mit ein. So sind noch heute in einige Eisbadevereine Zipfelmützen, Wollschals und rote und grüne Wollsocken zu sehen. Uns würde an dieser Stelle interessieren, ob es noch Vereine gibt, wo ehemalige Mitglieder des hier erwähnten Vereins beitraten. Da wir durch Madam Tiffy, wissen das, diese ihre Rituale einführten, hoffen wir darüber etwas mehr zu erfahren.


Was ist jedoch mit den Anhängern, des „Bekleideten Badens“, die ganzjährig so schwimmen oder baden? Mit der Auflösung des kleinen Vereins, der nie größer war als 30 bis 40 Personen, ging diese Art des Badens und Schwimmens nie verloren. Einige ehemalige Vereinsmitglieder, darunter ein Herr „Klaus Heinrich“ versuchten in den 1950 iger Jahren neue Vereine zu gründen. Zwei ehemalige Mitglieder waren in den Gebieten der ehemaligen DDR ( Herr „Jürgen Ottner“ und Herr „André Dietrichs“ ) und wurden, durch die stark aufkommende und staatlich geförderten FKK Welle, so „Ausgebremst“, dass jegliche Versuche sinnlos waren. Die Anhänger des „Bekleideten Badens“ waren in der absoluten Minderheit. Der Kontakt zu Madam Tiffy riss 1961 schlagartig ab.

Uns würde interessieren, gibt es noch ehemalige Mitglieder, oder eine Person die uns mehr erzählen kann? Wenn ja würde es uns sehr freuen wenn sie oder er sich melden würde. Falls es keine ehemalige Mitglieder mehr geben sollte, könnte uns jemand, wie Familienmitglieder, Vereine etwas berichten. Uns würden Vereinszeitschriften, Vereinsblätter, mit Termine und Treffpunkte sowie Badeplätze und Fotografien sehr interessieren. Madam Tiffy hatte uns etwas über ein Kaffee an der Alster berichtet (der Name ist leider nicht mehr bekannt), wo der besagte Verein Krabbenbrote aß. Nicht weit vom Kaffee hatte der Verein seinen Badeplatz in der Nähe war ein Kanu oder Ruderverein. Gibt es eventuell noch eine Kellnerin/Kellner/Aushilfskellner oder Kaffee-Inhaber die uns etwas sagen können?


Wir wissen Zeit spielt in diesem Fall eine große Rolle.

Wir wären über Hinweise, wie welches Kaffee, Vereinszeitschriften oder Vereinsblätter, Vereinstermine oder auch an Fotografien, sowie Zeitungsberichte interessiert. Um so mehr würde es uns freuen, wenn sich ein ehemaliges Vereinsmitglied melden würde. Wir wissen wie erwähnt, das es eine Kinder und Jugendgruppe gab und hegen daher die Hoffnung, dass sich andere Mitglieder melden. Leider reichte die Zeit, mit Madam Tiffy nicht mehr aus, um von ihr zugesagte Fotos, wie auch Mitteilungsblätter und erhaltene Schriftstücke zu erhalten. Daher hoffen wir, dass sich ehemalige Mitglieder oder Familienmitglieder melden. Wir wissen durch Madam Tiffy, das einige ehemalige Mitglieder in Schwimm und Eisbadevereine gegangen sind.

Bitte nur ernsthafte Meldungen, da uns die Angelegenheit sehr am Herzen liegt. Leider konnte uns, die sehr liebenswürdige Madam Tiffy nicht mehr sagen, ob der Verein eingetragen war. Umso mehr würde es uns freuen, wenn sich welche erinnern könnten.

Deren Gruß war: Petri Nass und als Antwort Gib Tuch! ...


Diesen Gruß finden wir sehr markant und hegen die Hoffnung, das sich welche erinnern. Wir wissen es sind beinahe 70 Jahre zwischen heute und damals und die Zeit rinnt. Wir würden uns sehr freuen, falls es noch ehemalige Mitglieder gibt, die uns etwas erzählen können oder zumindest Vereine wie Schwimmvereine und Eisbadevereine, Zeitungen oder Regional Zeitungen. Sie würden uns damit eine sehr große Freude machen! ...

In dem Sinne:
Petri Nass


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